An der Gründungsversammlung vom 31. März 1925 in der Mühle Raad wurde ein Vorstand und eine Prüfungskommission bestellt, das Genossenschaftskapital festgesetzt und die Massnahmen für den Wiederaufbau beschlossen.

Im ersten Vorstand waren vertreten:

  • Otto Oberholzer, Raad als Präsident
  • Jean Jucker, Dillhaus als Vizepräsident
  • Alfred Nüssli, Pfäffikon als Aktuar
  • Albert Kunz, Fellmis als Kassier
  • Alfred Rüeg, Wellenau als Beisitzer
  • Matthias Störi, Ried als Beisitzer
  • Alfred Wettstein, Frohmatt als Beisitzer

Auf Scheidegg sah es ganz trostlos aus. Auf Unter-Scheidegg Haus und Scheune mit durchsichtigem Dach, dasselbe auf Ueberzütt; auf Ober-Scheidegg nichts als Schutt und verrannte Mauern. Überall musste man improvisieren. Auf Unter-Scheidegg wurde das Schindeldach notdürftig gestossen und das Futtertenn in einen Viehstall verwandelt; dasselbe auf Überzütt, Reparieren des Schindeldaches. Auf Ober-Scheidegg wurde der damalige Krankenstall zuerst aufgebaut, um als Unterkunftslokal und auch dem kleinen Wirtschaftsbetrieb zu dienen. Am Anfang sind die Sitzungen unter freiem Himmel oder im dachlosen Hüttenkeller abgehalten worden.

Das Hauptinteresse galt aber dem Bau einer Scheune und eines Wohnhauses. Es gab manche Nuss zu knacken, bis man sich endlich auf eine der vielen Varianten einigen konnte; speziell beim Stallbau galt es, die Subvetionsbestimmungen einigermassen zu achten, ansonst villeicht die Scheune für dan Jahresbetrieb praktischer gebaut worden wäre.

 Es galt aber nicht nur für das Aufbauen zu sorgen, sondern auch dafür, dass vorläufig im Provisorium Leute angestellt wurden für die Besorung des Weideviehs, für den Betrieb der Landwirtschaft und der Wirtschaft. Für die erstere Aufgabe gewann man Anton Rüegg von Schindelberg, für die letztere Heinrich Lattmann von Lipperschwenid, ein Genossenschaftler von uns und Sohn des seinerzeitigen Scheideggpächter Lattman von Bilten. Er besorgte mit einem Paar Ochsen die sich ergebend Fuhrleistungen; er musste einheuen. Wegen Mangel an Raum musste aber anfangs das Futter an Tristen gestockt werden, daneben sorgte er mit seiner Tochter oder Schwägerin für das leibliche Wohl der vielen Arbeiter, welche hier oben aufbauten und ebensowohl für die Gwundrigen und passanten.